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Agenten in Ausnahmeform: Was die überlebenden KI-Projekte gemeinsam haben
19. September 2026 · aplexio
Die Prognosen für KI-Agenten sind derzeit widersprüchlich. Gartner erwartet, dass über 40 % der agentischen KI-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden. Klarnas KI-Assistent übernahm das Arbeitspensum von rund 700 Support-Mitarbeitenden — und später stellte das Unternehmen wieder Menschen ein. Gleichzeitig berichtet ein wachsender Anteil der Unternehmen mindestens einen Agenten im Produktiveinsatz. Beides stimmt: Viele Projekte scheitern, und manche laufen. Wir haben uns angesehen, was in Beschaffung und Logistik tatsächlich produktiv ist — und was die Überlebenden gemeinsam haben.
Was die überlebenden Projekte gemeinsam haben
Die produktiven Beispiele — die Ausnahme-Agenten bei DHL, Microsofts Procurement Agent für Dynamics 365, die Fallstudien aus produzierenden Unternehmen — teilen eine Form: eng gefasster Geltungsbereich, in Ausnahmeform gebaut. Kein Agent, der „den Einkauf macht". Sondern ein Agent, der eine definierte Ausnahme bearbeitet: eine unbestätigte Bestellung, ein fehlgeschlagenes IDoc, eine Rechnung, die nicht zur Bestellung passt.
Das Muster dahinter ist jedes Mal dasselbe: Der Agent erkennt, diagnostiziert, entwirft — ein Mensch entscheidet. Er überwacht die Ausnahme-Schlange, stellt die Ursache fest, schlägt den nächsten Schritt vor oder formuliert die Nachricht an den Lieferanten. Senden, buchen, ändern tut ein Mensch.
Warum diese Form funktioniert
Ausnahmen sind der Teil der Arbeit, der sich nicht standardisieren lässt — genau deshalb sitzt dort ein großer Anteil der manuellen Zeit. Gleichzeitig ist die Aufgabe eng genug, um das Ergebnis zuverlässig zu prüfen: Eine Diagnose stimmt oder stimmt nicht, ein Entwurf passt oder passt nicht. Und weil der Agent nichts ins System schreibt, bleibt das Risiko begrenzt — kein falscher Buchungslauf, keine versehentliche Bestellung. Die Projekte, die scheitern, starten meist mit dem umgekehrten Anspruch: ein genereller Assistent, der „alles im Einkauf" können soll, mit offenem Aufgabenraum und offenem Systemzugang.
Was das für einen SAP-Bestand bedeutet
In SAP-Landschaften liegen die Ausnahme-Schlangen bereits vor: die IDoc-Fehler in WE02, unbestätigte Bestellungen, gesperrte Lieferungen, Rechnungsdifferenzen. Für die Diagnose braucht ein Agent keinen Schreibzugriff — er kann auf den Exporten arbeiten, die Ihre Anwender ohnehin täglich ziehen. Damit funktioniert diese Form auf ECC 6.0 genauso wie auf S/4HANA, ohne BTP und ohne Eingriff ins laufende System.
Genau diese Form bauen wir bei aplexio: read-only, auf Entwurfsbasis, auf dem Bestand, den Sie haben. Der SAP Logistics Copilot beginnt mit der IDoc-Schlange — ein durchgerechnetes Beispiel zeigt der Beitrag Anatomie einer IDoc-Analyse. Wenn Sie prüfen möchten, welche Ausnahme-Schlange in Ihrer Landschaft zuerst dran ist: Vereinbaren Sie ein 30-minütiges Erstgespräch.